DEUTSCH / ENGLISH
Als Fotograf ist man Eindringling, das hat schon Henri Cartier-Bresson erkannt. "Man muss sich seinem Gegenstande, selbst wenn es sich um ein Stilleben handelt, höchst behutsam, auf Samtpfoten, aber mit Argusaugen nähern", riet er. "Nur kein Geschiebe und Gedränge - wer angeln will,darf das Wasser vorher nicht trüben." Leichter sind die Fischzüge natürlich, wenn man es mit Profis zu tun hat, die sich gerne einfangen lassen. Mit Alfred Hitchcock beispielsweise brauchte ich nur durch Hamburg spazieren und ihn bitten: "Herr Hitchcock, spielen Sie doch mal ein bißchen Herrn Hitchcock". Alles weitere erledigte er. Er kannte genau den Blick der Kamera, er spielte und kokettierte mit ihr wie eine Frau, die den Blick eines Verehrers auf sich spürt. Auf einer Hafenbarkasse spähte er konspirativ durch eine Kajütentür, im alten Elbtunnel posierte er als Killer im Treppenhaus. Es war ein grandioser, 20-Minuten-Stummfilm, inszeniert und gespielt von Alfred Hitchcock. Als ein Reporter einmal ins Bild lief, herrschte Hitchcock ihn im Atelier-Jargon an: "Get out of the picture!"
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